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Höhlen im Iran - November 2015

  • Veröffentlicht: Montag, 11. Januar 2016 21:56
  • Geschrieben von Roland Konopac SU

Wir sind alle Brüder und Schwestern

Den Satz „We are all brothers and sisters“ habe ich wirklich von allen Iranern gehört. Unsere iranische Freundin benutzte auch noch sehr häufig, „We have no time.“

Kein Wunder, flogen Johanna und ich doch in der knappen Zeit von München über Istanbul nach Maschad, fuhren mit dem Zug nach Zanjan, mit dem Auto nach Hamedan und Arak, mit dem Bus über Kashan nach Esfahan und Yazd. Vor dort zurück nach Maschad und wieder über Istanbul heim nach München. Klingt nach viel und das war es auch - Aufstehen zwischen 4:30 und 7:30 Uhr und der Schnitt lag eher bei 4:30 Uhr.

Die Iraner überraschten uns mit direkter Offenheit und absoluter Termintreue. „We can talk about everything.“ und jeder Anschluß klappte. Die iranische Gastfreundschaft war unübertroffen einmalig! Wir lernten sehr viele Bergsteiger und Höhlenforscher kennen. In Zanjan gleich eine vielköpfige Frauen-Höfo-Gruppe. Mich hat das beeindruckt.

Neben vieler Kultur, Basarbesuchen, gemeinschaftlichen Abendessen und Trekking befuhren wir sieben Höhlen – keine Gewähr für die lateinische Schreibweise: Bimar Ab, Kathala Hor, Ali-Sadr, Sarop Hamadan, Nakhjir, Khaseh-tarash, Sarop Omina Bad.

Sarop ist die Quelle, und auch die Ali-Sadr enthält viel Wasser. Die andern Höhlen waren teils staubtrocken. Alle Höhlen waren etwa 14 Grad warm. Die im Vergleich zur Außenluft deutlich wärmere Höhlenluft führte umgehend zum Beschlagen der Kamera. In unseren heimischen Höhlen ist es ja eher umgekehrt.

Bimar Ab liegt nordöstlich von Maschad in den Bergen. Wir fuhren mit einem Offroadfahrzeug, teils durch ein trockenes Flußbett. Auffallend war der Geruch in der Höhle, mehrere hundert Fledermäuse riechen eben ziemlich. Der kleine See, den es eigentlich gäbe, war zum Befahrungszeitpunkt trocken gefallen.

Kathala Hor ist eine der größten Höhlen im Iran und in Teilen auch Schauhöhle. Sie ist nicht ausgeforscht und die iranischen Höfos waren zu unserem Besuch mit der Fotodokumentation einiger neuer Höhlenteile beschäftigt.

Ali-Sadr ist sicher eine einmalige Höhle. Der Besuchsteil ist ein verzweigter großer unterirdischer See mit etlichen labyrinthischen Gängen. An der Decke, der ehemaligen Oberfläche des Sees, haben sich wunderbare Kristalle ausgebildet.

Zum selben Wassersystem im selben Berg gehört die Sarob Hamadan. In dieser Höhle gabe es vergleichbare Kristallstrukturen zur Ali-Sadr, allerdings auf Brusthöhe. Deshalb leider etwas angegriffen. Mir fielen die übersinterten Wandstrukturen auf, das habe ich so flächig noch nirgends gesehen. Die iranischen Höfos berichteten von einer weiteren, aber nach einen tödlichen Unfall von zwei Kindern, durch Dorfbewohner verschlossenen Höhle im Berg.

Nakhjir ist eine schneeweiße Höhle, mit einem kilometerlangen Schauteil, der über und über mit Kristallen besetzt ist. Leider brechen sich Besucher öfters Kristalle als Souvenir ab.

Khaseh-tarash liegt in den Bergen, nur zu Fuß zu erreichen und staubtocken. Am Boden schimmelähnliche organische oder mineralische Erscheinungen. Unklar, was es ist. An den Wänden der labyrinthischen Höhle findet sich Aragonit in übermäßiger Anzahl und Größe.

Sarop Omina Bad ist eine Wasserhöhle, ähnlich den europäischen Höhlen. An einer Schwimmstelle drehten wir um. Bemerkenswert das vollkommen verschissene Wasser. Es muß Fledermäuse in sehr großer Anzahl geben, auch wenn wir nur drei Große Mausohren sahen.

Fest steht, der Iran und die Höhlen im Iran sind die Reise wert. Die Höhlenforschung Südbayern plant eine weitere Exkursion, gezielt für ein gemeinsames Projekt mit iranischen Höhlenforschern.

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Last modified: 15 February 2018.

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Nimm nichts mit, lass nichts zurück, zerstöre nichts und schlag nichts tot.Nimm nichts mit, lass nichts zurück, zerstöre nichts und schlag nichts tot.

Auf den Webseiten des Verbandes deutscher Höhlen- und Karstforscher und denen des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung in Bayern finden sich unter der Rubrik Höhlenschutz einfache Verhaltensregeln zu einem verantwortlichen und respektvollen Umgang, deren Befolgung von jedem Besucher der unterirdischen Lebensräume erwartet wird: 

  • Beachtung der gesetzlichen Vorschriften, Besitzerrechte und Rücksichtnahme auf andere Beteiligte (Anwohner, örtliche Höhlenforscher). Die Arbeit von Höhlenforschern soll respektiert werden. Vor Aufnahme von Forschungsarbeiten in einem bestimmten Objekt sollen sich andere Höhlenforscher genau über vorherige oder derzeitige Arbeiten informieren, die von den dort tätigen Höhlenforschern durchgeführt werden, um sich nicht ohne gegenseitige Absprache in deren laufende Projekte einzumischen.
  • Weiterbildung im Hinblick auf richtiges Verhalten im Sinne des Natur- und Denkmalschutzes.
  • Anwendung schonender Befahrungsmethoden (z.B. Elektrolicht, vermeiden von Zerstörung oder Verschmutzung von Speleothemen, Verzicht auf Lärm, Verzicht auf Biwaks in kleinen Höhlen, keine unnötigen Einbauten bzw. ihre Entfernung nach der Erforschung, kein Zurücklassen von Abfällen, keine Massenbegehungen von Höhlen, usw.).
  • Anwendung schonender Erforschungsmethoden (keine oder unauffällige Meßpunkte, ggf. Verzicht auf die Dokumentation sehr fragiler Bereiche, Fortsetzungssuche unter Beachtung der archäologischen und paläontologischen Situation usw.).
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