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1263 - Rofan, Forschungstour Juli 2017

In fünf Höhlen insgesamt 188 Meter Neuland

Samstag

Am 27.07.17 starteten Thomas Zrenner, Andreas Schuller und ich zu einer zweitägigen Tour in den Rofan. Wir trafen uns am Morgen um kurz vor acht mit Georg Ronge und Verena Grüneis an der Rofanseilbahn. Dort erfuhren wir, dass am Abend zuvor ein Blitz in die Seilbahn eingeschlagen hatte und diese defekt war. So hieß es die 850 Hm zu Fuß zu gehen. Doch Georg wollte dies so nicht hinnehmen und versuchte, über die Gemeinde eine Fahrgenehmigung zu erhalten. Dies gelang auch dank der Wirte der Buchauer Alm. Vielen Dank Euch! Wir mussten also nur noch die Hälfte an Höhenmetern zu Fuß laufen. Trotzdem gingen wir mit reduziertem Gepäck zur Erfurter Hütte.

Nachdem wir einen Teil des bereits reduzierten Gepäckes auf der Erfurter Hütte deponiert hatten, machten wir uns auf ins Forschungsgebiet. Ziel war die Vermessung einiger neuer Höhlen, die Andreas Schuller Anfang Juli entdeckt hatte. Auf dem Weg zum ersten Objekt entdeckten wir einen kleinen Eingang. Dabei handelte es sich um einen 12 m langen, sehr engen Spalt. Dieser wurde schnell vermessen und wir gingen weiter zur ersten Höhle, der 29 m langen und 12 m tiefen „Bierhöhle-Glibberschacht“. Während Andreas und ich diese Höhle vermaßen, überprüften Georg und Verena einige Eingänge am Fuß der Dalfazer Wände und entdeckten dabei zwei interessante, steile Röhren, die noch zu nass für eine weitere Erforschung waren. Nach der Vermessung des 8 m tiefen Feuertopfes, einer weiteren kleinen Schachthöhle, trafen wir uns am Eingang zur „Riesenrutsche“ wieder. Da es mittlerweile recht spät geworden war, außerdem Thomas und Verena auch schon auf dem Rückweg waren, entschieden wir uns, diese größere Höhle erst am zweiten Tag zu bearbeiten. Ich vermaß noch schnell den Gang vom Eingang bis zum ersten Schacht. Dann packten wir unsere Ausrüstung zusammen und stiegen zur Hütte ab. Unterwegs untersuchten wir noch ein kleines Objekt, welches Georg vor einiger Zeit entdeckt hatte. Wir gruben kurz und es stellte sich als weitere Niete heraus. Schließlich erreichten wir gegen 19 Uhr die Hütte, wo schon die Bierchen und ein warmes Essen warteten.

Sonntag

Am nächsten Tag begaben wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück erneut ins Forschungsgebiet. Der Zustieg gestaltete sich mühsam. Wir hatten uns verstiegen und kämpften uns durch brusthohes Gestrüpp. Endlich oben angekommen untersuchten Georg und Verena einen Spalt, an dem wir schon des Öfteren vorbeigelaufen waren. Der Rest ging zur Riesenrutsche. Wir schlazten uns an und richteten den Schacht ein. Anschließend machte ich mich an die Vermessung der Höhle, während Thomas und Andreas eine kleine, sehr enge Schachtserie bis in eine Tiefe von 25 m erkundeten. Nach gut zwei Stunden kamen schließlich Georg und Verena zu uns und wir suchten fieberhaft nach einer möglichen Fortsetzung. Schließlich entdeckten wir eine, diese war allerdings mit großen Blöcken versperrt. Hier müsste mit Treibkeilen und Greifzug gearbeitet werden. Also stiegen wir nach drei Stunden in der Höhle zu unserem kleinen Lager zurück. Thomas und Verena hingegen beschlossen, den Rückweg zur Hütte anzutreten und unterwegs Georgs Funkgerät im Gestrüpp zu suchen. Dieses hatte ich beim Zustieg verloren.

Während Georg und ich den 23 m tiefen „Schneebrückenschacht“ für eine Befahrung einrichteten, machte sich Andreas alleine auf, noch weiteres Interessantes an der Oberfläche zu finden. Wir hatten den Schacht schnell eingerichtet und seilten uns über zwei Stufen ab. In dem kleinen, mit Schnee bedeckten Schachtraum konnten wir keine Fortsetzung finden und beschlossen, im Oktober noch einmal nachzuschauen, wenn der Schnee komplett geschmolzen ist. Als auch wir wieder an der Oberfläche ankamen, packten wir unsere Ausrüstung zusammen und machten uns ebenfalls auf den Weg zur Hütte. Unterwegs trafen wir auf Andreas und untersuchten noch einen Ponor, welcher ein kleines Sumpfgebiet entwässert.

Auf der Hütte trafen wir dann Thomas und Verena, aßen und tranken noch eine Kleinigkeit und verabschiedeten uns vom Wirt. Mit der Seilbahn ließen wir unser Gepäck ins Tal befördern. Ein Dank an das Personal der Seilbahn. Wir hingegen gingen zu Fuß Richtung Buchauer Alm, wo die Fahrzeuge standen.

Zusammenfassend meine ich, es ging erneut eine erfolgreiche zweitägige Forschungstour zu Ende. Die Stimmung war wie immer hervorragend, nur das Wetter spielte dieses Mal nicht so ganz mit, die Bahn hätten wir gern zum Aufstieg gehabt. Wir vermaßen trotz kleiner Hindernisse in fünf neuen Höhlen insgesamt 188m Neuland, wobei allein 90m auf die Riesenrutsche entfallen.

Mal sehen, was das Katastergebiet noch so alles verbirgt.

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