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Höhlenrettungstraining für Frauen

  • Veröffentlicht: Sonntag, 22. Mai 2016 20:10
  • Geschrieben von Johanna Bartos

Eine Woche mit der slowenischen Höhlenrettung

23.04.2016 Samstag

Bei Ankunft im Domzale, Jarmarski Dom, wurden die Teams aus Slowenien, Türkei, Bosnien und Deutschland mit einer Begrüßungsveranstaltung im örtlichen Höhlenmuseum empfangen. Danach machten wir uns auf den Weg zu einer kleinen touristischen Höhle, der Zelezna Jama. Auf dem Weg überrasche uns eine Gruppe von Jagdhornbläsern mit einem kurzen Konzert im Wald. Anschließend wurden wir für ein Picknick eingeladen.

Am Abend wurden wir zum unserem Domizil Planinski Dom in Uste-Zerenk gefahren. Das Gebäude steht in 658m Höhe allein am Waldrand. Von dort hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf den Triglav, den mit 2864 m höchsten Gipfel Sloweniens.

24.04.2016 Sonntag

Den ganzen Sonntag waren wir beim SRT -Training in Domzale an einer Kletterwand in der Stadt. Die Trainer haben eine Teststrecke vorbereitet, die wir in maximal 6 Minuten mit einem 8 kg schweren Schleifsack bewältigen sollten. Bei den Meisten hat es geklappt. Im Parcours waren Aufstiege, Abseilstrecken, freihängende Umsteigstellen und durchhängende Traversen. Es wurde geübt Knoten zu übersteigen und die Richtung im Seil wechseln. Damit war alles geprüft was man normalerweise können sollte. Als wir alle unser Können bewiesen hatten gab es eine leckere Gulaschsuppe.

Auf den Feierabend hatten wir uns zu früh gefreut. Im Anschluß mußten wir die Rettung aus dem Seil, Flaschenzüge, die Gegengewichtsmethode, den Umgang mit der ablassbaren Umlenkrolle und das Standplatzbauen üben.

25.04.2016 Montag

Montag war Training an einer Felswand geplant. Als erstes schafften wir an der Wand Platz. Kleine Bäume und Büsche schnitten wir und räumten lockere Steine aus der Gefahrenzone. Das war harte Arbeit. Natürlich haben wir auch per Hand Spits gesetzt, jetzt konnte ich es schneller als im letzten Jahr. Später dürften wir stattdessen selbstverständlich auch die Bohrmaschine benutzen.

Wir sollten an diesem Tag das Erlernt vom Sonntag gestern umsetzen. Also, haben wir vier „Rettungsstationen“ gebaut. Jedes Team eine eigene. Die Trage war etwa. 30m unterhalb einer Felskante und wir haben diese, natürlich mit dem Patienten, nach oben gezogen, den Patienten gerettet. Alle vier Teams haben auch Seilbahnen gebaut und die Gegengewichtsmethode und Flaschenzüge genutzt.

Die Beteiligten waren sehr engagiert und alle haben sehr viel Spaß gehabt. Das Wetter hat auch mitgespielt, obwohl man einen Hauch von kaltem Wind bemerkte. Am Abend sind wir zur Hütte zurück. Zwei Stationen mit zwei Tragen haben wir uns noch für nächsten Tag aufgehoben.

26.04.2016 Dienstag

Es war ein sehr spannender Tag. Nach dem Frühaufstehen fuhren wir zum Militärflughafen in Ljubljana. Dort erhielten wir einen zweistündigen Lehrgang auf slowenisch, ;-) ! Danach ging es auf die Landeplatz. Dort wartete schon auf uns ein Team im Super Puma. Erst haben wir „trocken“ geübt, wie man sich dem Hubschrauber nähert, die Trage ein-und auslädt, ein- und aussteigt, sich sichert und sich an Bord verhält.

 

Nachdem wir alles „gelernt“ hatten, durften wir alles Geübte „life“ wiederholen. Wir haben drei aufregende Flüge genossen. Die Überraschung kam zum Ende. Wir sollten einen Test auf slowenisch absolvieren, den wir natürlich, mit Hilfe unseren slowenischen Kollegen, sehr gut meisterten.

Danach ging zurück zu unserer Kletterwand. Noch immer warteten die zwei unerledigten Stationen vom Vortag auf uns. Nach erfolgreicher Rettung der Patienten klang der Tag bei einem gemeinsamen Essen aus.

27.04.2016 Mittwoch

An diesem Tag ging es zu einer Übung in der Matitova Jama, Tiefe 45m. Die Höhle hatte mehrere kurze Schächte und verwinkelte kurze Strecken. Ich war als Rettungsleiter und später als Gegengewicht im oberen Höhlenabschnitt tätig. Zu diesem Abschnitt gehörten zwei Schächte, ein 20m Schacht unten, ein 7m Tageslichtschacht oben und dazwischen Engstellen. Ich entschied mich für die Gegengewichtsmethode in jedem der beiden Schächte. In der Engstelle kam ein Flaschenzug zum Einsatz. Die Aufhängung über dem 7m Schacht bestand aus einer Seilbahn zwischen zwei Bäumen.

Alles funktionierte wunderbar, ich war zufrieden. Wunderbar war, dass uns während der Übung Bojan eine Tasse Kaffee in die Höhle brachte.

 

Als wir die Höhle verlassen hatten, glaubten wir unsern Augen nicht. Die Welt war im Schnee versunken. Der Weg zu unserer Unterkunft gestaltete sich abenteuerlich. Überall niedergedrückte Bäume, welche die Straße versperrten. Die Überraschung des Tages erwartete uns auf der Hütte: es gab keinen Strom, was bedeutete, es gab auch kein Wasser, keine Heizung, keine Klospülung ;-).

Der Schnee brachte uns Abenteuer pur. 

28.04.2016 Donnerstag

Die Welt ist weiß. 30cm Schnee und kein Strom. Wir entschieden, statt an der Kletterwand zu Üben, zur Zelezna Jama zu fahren. Dort bauten wir alle denkbaren Flaschenzüge.

Nach dem Mittagessen erlebten wir ein wenig slowenische Kultur und besuchten ein Schloßmuseum mit historischer Einrichtung. Außerdem fuhren wir zur geometrischen Mitte Sloweniens.

Am Abend war der Strom wieder da, Juhu!

29.04.2016 Freitag

Der Tag der Abschlussprüfung in der Höhle Majcevo Brezno mit 100m Tiefe. Ich war wieder für obere Höhlenabschnitt zuständig. Über dem Tageslichtschacht baute ich eine Seilbahn, zwischen Bäumen fast 15m hoch, da der Hang mit dem Höhlenschacht zu schräg war. Ich bin zum ersten Mal im Leben so hoch auf einen Baum geklettert. Es machte Spaß! Danach bereitete ich die Gegengewichtsmethode vor und mehrere Flaschenzüge. Die Rettung verlief schnell, oben wartete auf uns schon slowenische Presse. Also haben wir alle schöne Gesichtsausdrücke geübt und für die Fotos posiert.

Der Abend in unserer Unterkunft war laut. Es war eine Musikgruppe und jede Menge anderer Personen da. Unsere Zertifikate wurden verteilt und der Präsident der Slowenischen Höhlenrettung drückte jedem die Hand.

30.04.2016 Samstag

Heute ging es zum Jarmarski Dom zurück. Dort erwartete uns eine Überraschung, vier Pferde sollten geritten werden, leider durften wir nur im Kreis an der Leine reiten und das auch nur geführt.

Später putzten und wuschen wir unsere Ausrüstung. Nach der Verabschiedung und ein paar Stunden Fahrt, kehrte ich zurück ins normale Leben. Es war eine schöne, aber auch sehr anstrengende Woche, in der wir alle sehr viel lernten und wiederholten.

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Last modified: 18 February 2019.

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