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1337 - Oberflächenerkundung Reiteralm

  • Veröffentlicht: Sonntag, 06. März 2016 00:00
  • Geschrieben von Jürgen H

Hirscheck NO-Flanke

Tourenbericht: Sonntag, Herbst 2015
Teilnehmer: Bernhard W., Jürgen H.
Berichterstatter: Jürgen H.
Ort: Reiteralm, Hirscheck

Die Teilnehmer der Forschungstour treffen sich am Sonntag gegen 6:40 Uhr am Parkplatz an der Bundeswehr-Seilbahnstation in Oberjettenberg. Das Forschungsmaterial wird umgeladen und gemeinsam die Forststraße Richtung Ellbach-Hütte aufgefahren. Eine Fahrgenehmigung liegt vor. Wir beginnen den Aufstieg mit 20 bis 26 kg Gepäck inklusive 230 m Seil um 08:25 und erreichen den Schrecksattel gegen 09:45, „Ihre Abgründigkeit“ um 10:45 nach diversen Geländeeinweisungen.

Thomas und Martin machen sich bereit zur Befahrung „Ihrer Abgründigkeit“. Die Alarmzeit wird auf Mitternacht vereinbart. Bernhard und Jürgen planen eine Oberflächenbegehung in der nordöstlichen Flanke des Hirschecks, quer durch die Latschen. Beide Gruppen sind mit Motorola Funkgeräten ausgerüstet, um bei Bedarf miteinander in Kontakt treten zu können. An mehr oder weniger markanten Geländepunkten macht Jürgen Fotos und nimmt mit dem Smartphone (Motorola Defy, MB525) GPS-Koordinaten auf.

Zunächst wenden wir uns nach Süden und passieren eine große Doline, in die Thomas bereits bei einer vorangegangenen Tour abgestiegen ist. Wir folgen einer weiteren Doline, die sich hangaufwärts zu einem Graben verjüngt. Von dort aus kämpfen wir uns durch die Latschen auf einen Rücken, weiter in südlicher Richtung. Um 12:00 erreichen wir auf dem Rücken eine markante Störung, die in N-S-Richtung verläuft, etwa 1 m tief und breit u-förmig ins Gelände einschneidet und etwa rechtwinklig zum Rücken verläuft. Wir beschließen, dort unser Material zu deponieren und das Gelände ohne Gepäck abzusuchen.

Bernhard folgt der Störung nach Norden hinab zu einer Wiese, während ich weiter dem Rücken bergauf durch die Latschen gen Westen folge. An der nächsten Störung folge ich dieser und komme zu einer kleinen Doline, an deren verstürztem Boden ich etwas Luftzug zu verspüren meine. Nach etwas Rufen und Funken stößt Bernhard wieder zu mir. Wir beschließen, uns lohnenderen Objekten zuzuwenden und steigen weiter auf.

Wir erreichen eine etwa 5 m breite Störung und folgen ihr steil nach unten. Dort kreuzt sie eine weitere Störung und erweitert sich zu einer gut 10 m tiefen, etwa 1 m breiten Spalte (Kreuzungsschacht, 12:52). Ich steige ab, krabbele unter einen verkeilten Block und klettere auf den sehr kompakten mehrere Meter hohen Altschneekegel am Boden der Spalte. Ob sich darunter etwas verbirgt? Wir können keine Fortsetzung erkennen und beschließen, uns an der Nordflanke Richtung Osten zur Wiese durchzuschlagen und dann zu unserem Materialdepot zurückzukehren.

Auf dem Weg Richtung Wiese schlupft Bernhard in diverse kleine Spalten und Löcher. Dabei sind keine schlief- oder ausräumbaren Fortsetzungen zu erkennen. Wir passieren eine Y-förmig zusammenlaufende Störung und eine weitere Störungskreuzung. An dieser überqueren wir den Rücken, so dass wir zur Wiese kommen.

Beim Materialdepot an der N-S-Störungsscheide geben wir die Koordinaten des „HE_schacht 10 m 3x3“ ein (13:45). Dabei handelt es sich um ein Objekt, das laut Thomas lohnend sein könnte, aber noch nicht befahren wurde. Laut Handy sind wir etwa 350 m Luftlinie, aber wieder auch einige Höhenmeter entfernt. Wir treten den Weg durch die Latschen an. Wir bewegen uns schräg zum Hang durch die Latschen bergauf und müssen immer wieder Störungen queren. Der „Weg“ wird immer Nerven aufreibender. Etwa 200 m vom „HE_schacht 10 m 3x3“ entfernt weitet sich eine Störung zu einer Doppeldoline. Im vorderen Teil ist die Doline verfüllt. Im hinteren Teil tut sich eine Spalte auf. Unten ist Altschnee zu erkennen (14:18).

Wir beschließen, einzubohren und setzen einen Anker schräg über einem Klemmblock. Ohne große Erwartungen Seile ich etwa 10 m zum Altschneekegel ab. Linker Hand wird die Spalte überhängend. Ich baue mit einer 120 cm Bandschlinge über ein schönes Felsköpfel einen Umsteiger. Zwischen Schnee und Decke quetsche ich mich durch und seile weitere 10 m ab. Bernhard kommt mit der Bohrmaschine nach. Ich setze einen weiteren Anker über einem Schlot und seile mich weitere 20 m ab. Am Ende des Seils muss ich frei hängend einsehen, dass der Gierschlund (Namensvorschlag: Regina D.) deutlich mehr Material verlangt. Wir treten den Rückzug an.

Wir packen unser Material und machen uns auf den Weg Richtung Hirschwies. Am Boden einer größeren Doline ist von oben ein Loch zu sehen, dass sich bei näherer Betrachtung als Niete herausstellt (16:53). Aufgrund ungemütlichen Bewuchses wechseln wir auf unserem Weg nach unten mehrmals die Störung. Dabei stoßen wir auf ein Loch, das sich zu einer schönen Spalte aufweitet (17:07). Im Dülfersitz am Naturanker (Baumwurzel) seile ich ab. Auf einem Klemmblock sehe ich am Boden der etwa 20 m tiefen Spalte herabgerutschte Erde. Ob es sich um einen Zwischenboden oder das Ende handelt, können wir von oben nicht beurteilen. Bis unten reicht das Seil um etwa 5 m nicht.

Auf dem Weg zur Hirschwies passieren wir ein einbetoniertes Rohr, können aber aufgrund von Akkumangel keinen GPS-Punkt mehr nehmen. Auf der Forststraße versuchen wir mehrfach, die andere Gruppe per Funk zu erreichen, melden uns per SMS ab und machen uns über den Schrecksattel (19:05) und wunderbarer Abendstimmung auf den Heimweg.

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Last modified: 30 September 2018.

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