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1331 - Forschung Steinernes Meer 2015 (1)

  • Veröffentlicht: Mittwoch, 02. September 2015 20:15
  • Geschrieben von Martin M

Höhlenforschergruppe Echobiwak, 8. bis 11. August

Unsünniger Winkel – Hochegger

Samstag, 8. August

Kathrin, Moosi, Bene, Beni und ich steigen auf, ca. 10:30 Uhr ab Salet. Hannes ist schon unterwegs. An der Saletalm bleibt eine voll beladene Kraxe stehen, die später hinaufgetragen werden soll. An der Fischunkelalm wird wegen der üblichen Überlastung weiteres Material deponiert. Wir erreichen das Biwak gegen 19 Uhr, initialisieren die Schnee-Wasserversorgung, damit anderntags durchgehend gezapft werden kann, bauen das Haupt-„Zelt“ auf und schlafen zu fünft drin.

Besonders dank des richtig guten Wetters ist die Atmosphäre überwältigend und die Vorfreude auf die Höhlenforschung der kommenden Tage groß.

Sonntag, 9. August

Bene, Beni und ich steigen in das Burgschacht-Labyrinth 1331/780 ein. Gleich nach dem Eingang stelle ich fest, daß das Seil durch den Schnee verläuft, da dieses Jahr etwas mehr liegt als vergangenes Jahr. Nach 20 Minuten ist das Seil befreit. Nach der letzten Tour sollten wir es abhängen, so daß es nicht mehr vom im Winter einfallenden Schnee begraben werden kann.

Eine ungünstige Situation im 40m-Schacht zwischen der nach unten offenen Spreiz-Traverse und dem freien Pendler wird mit Kameradenhilfe-Techniken vorbildlich gelöst. Danach bauen wir den Seilverlauf an ein paar Stellen um, damit der gesamte Schacht leichter befahren werden kann, besonders mit Gepäck. Denn mittlerweile ist klar, daß diese Strecke zu einer Art Hauptweg werden könnte, da es unterwegs sowie danach von offenen Fortsetzungen nur so wimmelt. Im Anschluß sprechen wir im Biwak über Selbst- und Kameradenhilfe-Techniken, Seileinbau, mögliche ungünstige Situationen und wie man diese löst oder gleich vermeidet.

Montag, 10. August

Kathrin, Moosi, Bene und ich befahren den Burgschacht-Zubringer 1331/779, ehemals Neben-Hauptobjekt, und vermessen 49m Ganglänge. Bald ist klar, daß dies derselbe Canyon ist, der sich im Burgschacht-Labyrinth fortsetzt. Dazwischen liegt ein ausgedehnter Schneepfropfen, an dem man allerdings gut vorbeikommt, was wir bisher nur nicht gemacht haben, weil es im Burgschacht-Labyrinth so viele bessere Fortsetzungen gibt, daß wir einfach noch nicht dazugekommen sind. Die Ursprung-Canyons haben wir aufwärts befahren, in mehrere Richtungen mit viel Kletterei. Bis auf die Verbindung zu 1337/780 ist das Objekt abgeschlossen. Schlanke Forsche kämen hier und da sicher noch ein wenig weiter, allerdings ist aufgrund der geringen Überdeckung und der Gangformen klar, daß es sich um oberflächennahe Zuflüsse handelt, die bei jedem Regen die umliegende Gegend entwässern. Wo das Wasser wieder in Erscheinung tritt und wohin es fließt, sollten wir später noch herausfinden…

Nachmittags findet Bene Elronds Bong 1331/778, ehemals Hauptobjekt 2. Über drei geräumige, kurze Schachtstufen werden Seile eingebaut. Ein grober Versturz darunter kann leicht passiert werden. Danach steht man in einer geräumigen Kammer auf einer großen herabgefallenen Felsplatte. Erst in der hintersten Ecke sieht man, daß die Felsplatte wie ein Deckel auf einem monströsen Schacht liegt, aus dem starker Luftzug kommt. Mit dem Luftzug steigt auch Dampf auf, weswegen der Laser des DistoX nicht bis zum Schachtgrund kommt. Von hier vermessen wir rückwärts zum Eingang hinauf. Zwischen den oberen Schachtstufen kann man zu einem Spalt hinübertraversieren. Bei einer späteren Tour wurde festgestellt, daß er dicht verschlossen endet. Wir steigen ab zum Biwak und essen zusammen zu Abend.

Dienstag, 11. August

Kathrin, Moosi und ich gehen ins Burgschacht-Labyrinth 1331/780 bis zur Wolkenkreuzung im Bergmilch-Labyrinth in etwa 95m Tiefe. Von dort vermessen wir einen fossilen Canyon Richtung Südwesten weiter, bauen Seil ein, queren einen Schacht, der in eine Seitenhalle des aktiven Canyons darunter zieht und messen oben im fossilen Teil weiter, bis naheliegt, daß der Canyon endgültig in den darunterliegenden aktiven Canyon, den Chris und ich vermessen haben, mündet.

Wir begeben uns zurück zur Wolkenkreuzung und bauen auf dem Weg dorthin das Seil wieder aus. Dann erklettern wir die Fortsetzung aus der Wolkenkreuzung nach Norden hinaus aufwärts, ebenfalls fossil und staubtrocken, überqueren einen Topf dahinter, legen 40m Seil darüber, entdecken dahinter eine große Schlot-Halle, die Bananenhalle, seilen ganze 2m in sie hinein ab und vermessen sie bis hin zu einem weiteren fossilen Canyon, der in der Halle beginnt. Außerdem entspringt in der Halle der o.g. aktive Canyon, den man auf dem Weg zwischen Hauptschacht und Wolkenkreuzung quert. In der Bananenhalle finden sich außerdem zwei Schneefelder. Erst beim Planzeichnen nach Zusammenhängen aller Meßdaten stellte ich fest, daß die Halle etwa unter dem Eingang liegt, woher der Schnee demzufolge kommen muß. Außerdem fließen bei Regen mehrere starke Gerinne in die Halle, vereinigen sich und fließen in den aktiven Canyon.

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Last modified: 09 November 2018.

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"Ich liebe Hohlräume, Abgründe und unterirdische Flüsse. Diese zu erforschen und zu studieren ist jahrelang meine Leidenschaft gewesen. Wo sonst kann man derartige Reize finden, solch fremdartige Szenerien erblicken und sich einer so intellektuellen Befriedigung erfreuen, wie in der Forschung untertage?"

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