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1263 - Viertägige Forschungstour im Rofan

  • Veröffentlicht: Donnerstag, 09. Juni 2016 19:54
  • Geschrieben von Stefan Miehlich

Neue Höhlen gefunden und über 100 Meter Neuland

Regina und ich haben uns am Donnerstagmorgen mit Johanna, Verena, Georg, Roland und Wolfgang an der Talstation der Rofanseilbahn getroffen. Wir sind alle gemeinsam Richtung Forschungsgebiet aufgebrochen. Georg, Verena und Wolfgang wollten eine Horizontalhöhle vermessen. Roland und Johanna haben sich derweilen die Umgebung näher angeschaut, Bericht Roland.

Regina und ich überprüften den ersten Höhlenverdacht näher. Der kleine Schacht endete allerdings nach einem Knick in 8 Meter Tiefe, also hieß es weiter die Umgebung abzusuchen. Nach einer ganzen Weile ohne Erfolg fand ich zwei interessante Schächte, fast direkt nebeneinander. Wir haben unsere Ausrüstung rauf geschleppt und uns den ersten Schacht vorgenommen. Dieser endete leider in 13 Meter Tiefe.

Anschließend ist Regina in den benachbarten Schacht eingefahren. Dieser endete in 16 Meter Tiefe. Er hatte allerdings eine kleine Besonderheit, einen messerscharfen Grat in etwa 12 Meter Tiefe. Auf der Hütte mussten wir dann feststellen, dass diesen der Georg wohl auch schon entdeckt hatte. Wir nannten ihn daraufhin einfach Melonenspalter.

Am Freitag haben wir uns aufgrund des Schnees entschieden das Gebiet zwischen Dalfazer Wände und Gschöllkopf näher anzuschauen. Wir haben uns an einer etwa 20 Meter hohen Felswand entlang gearbeitet. Wobei die meisten Löcher etwa 50 cm tief waren. Nach der zehnten Niete hatten wir dann doch noch etwas Glück und wir fanden eine 16 Meter lange Horizontalhöhle mit 2 Eingängen. Beim Einschlufen bemerkten wir, dass das Loch den Murmeltieren als Klo dient.

Anschließend sahen wir uns oberhalb noch einige Karrenfelder an, leider ohne Erfolg. Ich entdeckte dann eine verdächtige Stelle an einer Wand und arbeitete mich über steiles Gras und Schnee hoch. Oben stand ich an einer Kannte und schaute in einen riesigen Schacht, der unten mit Schnee bedeckt war und in einer großen Halle im Schwarzen verschwand. Ich sah seitlich eine kleine Scharte, bin wieder runter und von der anderen Seite über eine kleine Felsstufe und durch Latschen zu dieser Scharte rauf geklettert. Die Halle hat eine Größe von 20x25 Metern, ist 17 Meter hoch und war schön vereist. In einer Höhe von ca. 6 Metern setzt ein Gang an, der sich auch gleich aufteilt. Wir konnten diesen Gang leider nicht begutachten, da der Aufstieg sehr vereist war. Oben steckte allerdings ein uralter rostiger geschlagener Hacken. Etwas später entdeckten wir noch eine 30 Meter lange Horizontalhöhle die im hinteren Teil recht schöne Versinterungen aufwies.

Samstags stand erst einmal ein Pflichtprogramm an. Wir mussten die Schächte vom Freitag noch vermessen. Als das erledigt war, haben wir uns den Wasserschacht, den Roland am Freitag gefunden hatte, vorgenommen. Dieser endete allerdings auch wieder in einer Tiefe von 12 Metern. Das Wasser kam als kleiner Wasserfall in 3 Metern Höhe über dem Schachtgrund aus einer kleinen Felsspalte.

Wir haben uns dann dazu entschlossen das Blasloch, welches Georg am Donnerstag entdeckt hatte anzuschauen. Wir befestigten ein 30 m Seil in einer Latsche und Regina machte sich an den Abstieg. Währenddessen untersuchte ich einen weiteren Spalt der wiederum in 7 Meter Tiefe endete. Regina berichtet mir, dass es am Schachtgrund eine mögliche Fortsetzung gäbe, diese allerdings zum Teil zugeschneit war. Wir müssen einfach noch ein paar Monate warten, bis der ganze Schnee geschmolzen ist. Da schon langsam ein Gewitter im Anmarsch war, entschlossen wir uns für den Rückweg zur Hütte. Dies war auch im Nachhinein eine gute Entscheidung, da es eine halbe Stunde nachdem wir auf der Hütte waren, unwetterartig über uns hereingebrach.

Da unsere Motivation heute nicht mehr so groß war und auch heute für den frühen Nachmittag Gewitter angesagt waren, entschieden wir uns die Gegend rund um die Hütte näher zu erkunden. Erstes Ziel war ein Loch, das man vom Weg aus schon sehen konnte. Es war leider eine Niete. Oberhalb fanden wir am Ende einer kleinen Senke einen Spalt. Dieser könnte als Schluckloch für das Schmelzwasser dienen. Da der Spalt recht eng war, überließ ich der Regina den Vortritt. Der Spalt wurde nach einem kleinen Knick noch enger und in einer Tiefe von 5,5 Metern unbefahrbar. Wir sind noch ca. 2 Stunden in der näheren Gegend umhergelaufen. Leider ohne Erfolg. Anschließend habe ich mir noch ein paar Wände unterhalb der Hütte angeschaut. Ich hab aber bis auf ein paar kleiner Spalten, die alle um die 1 Meter lang waren nix Interessantes gefunden. Wir sind dann gegen Mittag zur Hütte und ließen das Wochenende bei Speis und Trank ausklingen.

Wir haben in den 4 Tagen 8 (9) neue Höhlen gefunden und 110 (160) Meter Neuland vermessen. Außerdem haben wir einige interessante Objekte entdeckt, die noch auf eine Erkundung warten.

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Last modified: 13 September 2017.

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